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10 Tipps zum Umgang mit narzisstischen Vorgesetzten

In diesem Blog erfährst du, was ich aus der Arbeit unter Vorgesetzten mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung gelernt habe mit Ausnahme des ersten Tipps, aber da nicht jeder Mensch gleich ist, habe ich ihn auch hinzugefügt.  Bitte beachte: Aus Vereinfachungsgründen verwende ich die männliche Form, was nicht bedeuten muss, dass ich männliche Vorgesetzte beschreibe.  

Zuerst kurz zur Definition der narzisstischen Persönlichkeitsstörung nach ICD 10 (internationale Klassifikation der Krankheiten): 

 

Eine Störung, die durch ein anhaltendes Muster von grandiosen Glaubensätzen und arrogantem Verhalten zusammen mit einem großen Bedürfnis nach Bewunderung und Mangel (und teilweise sogar Ausbeutung) an Empathie und Empfindlichkeit gegenüber Kritik gekennzeichnet ist. 

 

1. Überhäufen und übergeben

Wenn es dir leicht fällt, im Beruf eine Rolle zu spielen und deinen Vorgesetzten mit Bewunderung zu überhäufen und du dann nach Hause kommst und diese Rolle mühelos und ohne Folgeerscheinungen abstreifen kannst, dann brauchst du nicht weiterzulesen. Gratuliere! Für mich war das keine Option, denn Authentizität und Ehrlichkeit gehören zu meinen wichtigsten Werten. Jeder Mensch hat jedoch unterschiedliche Werte und manchen fällt es leicht, im Beruf eine Rolle zu spielen. 

2. Kenne deine Pflichten und Rechte

Wissen ist Macht und angewandtes Wissen ist Weisheit. Dies trägt dazu bei, dass du dir sicherer sein kannst und das wiederum hilft dir, gar nicht erst zur Zielscheibe zu werden. Dann kannst du auch besser .....

3. Klare Grenzen mit Souveränität setzen

denn wie wir oben gelesen haben, kennt die Person mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung keine Empathie. D.h. im Klartext, wenn du eine Grenze setzt, z. B. hast du schon eine Überstunde gemacht, musst jetzt aber gehen, weil du deinem Sohn versprochen hast, mit ihm zum Fußball zu gehen. Erwarte nicht die Zustimmung deines Vorgesetzten und schon gar nicht, dass er dich daran erinnert. Im Gegenteil, er sitzt möglicherweise mit dir an einem Projekt und hört nicht auf zu reden und du musst aufstehen, deine Jacke nehmen und gehen. 

4. Erwarte keine Anerkennung

Es heißt nicht umsonst Erwartungen sind vorprogrammierte Enttäuschungen. Auf der anderen Seite mache dir bewusst, dass dies ein ganz normales menschliches Bedürfnis ist. Auch wenn du etwas geschafft hast und du dich darüber freust, kann das bei einem Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung Neid oder Scham hervorrufen. Du hast aber andere Möglichkeiten: 

5. Nutze deine Potentiale und entfalte sie

Gib dir selbst die Anerkennung, die du dir von deinem Vorgesetzten wünscht. Alleine die Tatsache, dass du bis hierher gelesen hast, zeigt, dass du bereit bist an dir zu arbeiten. Das bist großartig! Die folgende Übung hilft dir dich noch besser zu fühlen: 

Führe ein Erfolgstagebuch und schreibe jeden Abend 3 Dinge auf, die du an diesem Tag gut gemacht hast und 3 Dinge für die du dankbar bist. Das verändert dein Gehirn und hebt deinen Selbstwert und verbessert deine Resilienz. 

6. Erkenne deine Trigger

und übernehme für deine Reaktionen die Verantwortung.  – „Das Leben präsentiert dir Umstände, die dir zeigen, wo du noch nicht frei bist.“ Dieses Zitat stammt von Peter Crone, einem Coach, der u.a. Top Athleten trainiert. Mir hat es geholfen, noch einmal meine Kindheit zu durchleuchten und eine Situation aufzulösen.

7. Erkenne deine Wahlmöglichkeiten

und übernehme die Verantwortung für deine Wahl – ich vergesse nie die Unterhaltung mit einem damaligen Kollegen, dem ich erzählte, dass ich diesen Job unbedingt halten müsste, da ich Angst hatte, arbeitslos zu werden. Ich hatte das Gefühl, dass ich keine andere Wahl hatte. Damit machte ich mich zu Opfer. Er sagte mir, dass unser Vorgesetzte das genau wusste und dementsprechend noch mehr Druck ausübte. Er selbst drehte den Spieß um, und drohte unserem Vorgesetzten mit seiner Kündigung.

8. Traue deinem Bauchgefühl

und verlasse dich auf dein Bauchgefühl. Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung verstehen die Kunst der Manipulation, z. B. indem sie andere bewusst verunsichern und in ihren Bann ziehen. Hier gilt es achtsam zu sein und Kontakt zu deiner Intuition zu behalten. 

9. Vermeide offene Konfrontationen

Es sei denn, du bist bereit, für etwas Neues (s. Tipp 10).  Wenn du deinen Vorgesetzten konfrontierst, weißt du spätestens dann, dass du es mit einem Narzissten zu tun hast – ich möchte aber nicht über gewinnen und verlieren sprechen, denn das ist relativ – solltest du es trotzdem tun, dann erwarte keinen ehrlichen Dialog; Narzissten haben ein anderes Verständnis der Wahrheit und ihre Lügen kommen so überzeugend bei ihren Gesprächspartnern an, dass man auch hier weiß, diese Person hat eine Persönlichkeitsstörung, denn sie glaubt was sie sagt. Diese Erkenntnis hilft dir möglichweise wenig, wenn du als wahrheitsliebender Mensch deine Karten auf den Tisch gelegt hast und dann die Schuld bekommst. 

10. Erwarte keinerlei Veränderung seitens deines Vorgesetzten

Diesen Fehler machte ich am Anfang meiner Beschäftigung und es kostete mich viel Energie. Hilfreich ist die Intention, keine oder so wenig Aufmerksamkeit in diese Richtung zu geben und das Wissen, dass Experten wie z. B. Dr. Ramani ganz klar sagen, dass sich Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung seltenst verändern, u.a. weil sie in unserer Gesellschaft aufgrund ihrer Leistung sehr oft ein hohes Standing haben. Mein damaliger Vorgesetzter bekam jedoch die Kündigung, was aber keinerlei Selbstreflektion geschweige denn Veränderung bei ihm bewirkte.

11. Arbeite an einer neuen Perspektive

Arbeite an einem neuen Blick auf dich selbst, lasse alte Glaubenssätze los und ersetze sie durch neue – sehe dich nicht als Opfer sondern als kompetenten Mitarbeiter – verlasse jeden Tag die Arbeitsstätte mit dem klaren Bewusstsein, dass du dein Bestes für diesen Tag Mögliches gegeben hast und nun noch mehr Möglichkeiten hast. Kämpfe für sie und nicht für deine Begrenzungen. 

Mein Angebot an dich:

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Pferde zeigen dir sofort wo und wie du dich weiterentwickeln kannst. Sie tun dies aber immer in einer fördernder Weise.

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